Projektidee


Im Rahmen eines Up-Re-cycling-Projekts gestalteten die Schülerinnen und Schüler der Technik-und-Design-Werkgruppe 1 (Sj. 2025/26) unter der Leitung von Thomas Horwath einen ausgedienten Kasten zu einer englischen Telefonzelle um. Ziel war es, ein nicht mehr genutztes Möbelstück wiederzuverwenden und durch kreative Gestaltung ein neues Zuhause für die englischen Bücher der Schule zu schaffen. Der alte Kasten wurde von einem netten Menschen namens Lukas aus der näheren Umgebung gespendet und sogar zur Schule geliefert. Die Farbe für die Telefonzelle wurde großzügigerweise von der Fa. Renner aus Aschbach gespendet. Danke auch an die Mitarbeit von Vavara und Samira aus der 1B.


Planung und Umsetzung
Die ursprüngliche Idee zu einem neuen Kasten kam von Direktorin Hall. Zu Beginn des Projekts stand die Frage, wie gebrauchte Gegenstände nachhaltig weiterverwendet werden können, im Raum. Die Idee zum Design „Englische Telefonzelle“ ergab sich aus der alten Bauart des ursprünglichen Kastens. In der Werkgruppe wurden dann die Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert. Daraufhin wurden die notwendigen Arbeitsschritte geplant. Vor dem Aufbau musste allerdings der alte Kasten in seine Einzelteile zerlegt werden.



Lehrplanbezug zum Fach: Technik und Design
Nach dem Zerlegen wurde das brauchbare Holz aussortiert und das restliche Holz im Wertstoffzentrum St. Valentin fachgerecht entsorgt. Es entstand eine erste Idee, wie die Form des fertigen Kastens sein könnte. Die Holzteile wurden zugeschnitten und von den Schülern und Schülerinnen an den Oberflächen von Hand abgeschliffen, Leisten zugeschnitten und verklebt und schließlich alles mit roter Farbe gestrichen. Dabei wurden handwerkliche Fertigkeiten vertieft und die Sicherheitsregeln beim Arbeiten mit Werkzeugen und Farben eingehalten. Schließlich wurden alle Teile zusammengeschraubt und Direktorin Hall zu Weiterverwendung übergeben.


Das Projekt ermöglichte den Schülerinnen und Schülern, Werkstoffe und Materialien bewusst einzusetzen und nachhaltig zu nutzen. Sie planten, gestalteten und fertigten ein Produkt nach einer Idee und reflektierten dabei immer wieder den gesamten Entstehungsprozess. Besonderes Augenmerk lag aus Lehrersicht auf der Verbindung von Funktionalität, Stabilität und ästhetischer Gestaltung. Schnell ergaben sich im Arbeitsprozess Überschneidungsbereiche mit anderen Fächern.
Bezüge zum Fach: Geografie und Wirtschaftliche Bildung
Im Zusammenhang mit dem Projekt berührten – im wahrsten Sinne des Wortes – die Schülerinnen und Schüler die Themen Ressourcenverbrauch, Konsumverhalten, DIY und Kreislaufwirtschaft. Sie verknüpften die Begriffe Recycling und Upcycling und erkannten die ökologischen Vorteile der Wiederverwendung vorhandener Materialien gegenüber einem Neukauf. Das Projekt zeigte auf praktische Weise, wie nachhaltiges Handeln im Alltag umgesetzt werden kann.
Bezüge zum Fach: Kunst und Gestaltung
Die Gestaltung des Kastens zur englischen Telefonzelle erforderte kreative Ideen sowie den bewussten Einsatz von Farben, Formen und gestalterischen Elementen. Die Schülerinnen und Schüler lernten die Wirkung von Gestaltung und folgten individuellen Lösungen, um das Erscheinungsbild einer typischen englischen Telefonzelle möglichst authentisch nachzubilden.
Bezüge zum Fach: Englisch
Da die rote Telefonzelle ein bekanntes Symbol Großbritanniens ist, bot das Projekt auch Anknüpfungspunkte mit dem Englischunterricht. Schließlich wurden die englischen Bücher der Schule in die Telefonzelle geräumt. Statt dem auf den originalen Telefonzellen befindlichen Schriftzug „Telephone“ wurde der englische Wortwitz „Book Good – Phone bad“ angebracht.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Das Projekt leistete einen wichtigen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass gebrauchte Gegenstände nicht zwangsläufig entsorgt werden müssen, sondern durch Kreativität und handwerkliches Geschick einen neuen Wert erhalten können. Gleichzeitig wurden Problemlösekompetenz, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und nachhaltiges Denken gefördert.
Im Vergleich zur Herstellung eines neuen Möbels konnten dadurch schätzungsweise ca. 90 kg CO₂ sowie ca. 30.000 Liter virtuelles Wasser eingespart werden. Das Projekt verdeutlicht, wie Upcycling einen messbaren Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten kann und nachhaltiges Handeln praktisch erfahrbar macht. Durch die Verbindung verschiedener Unterrichtsgegenstände wurde deutlich, wie Lernen fächerübergreifend und lebensnah gestaltet werden kann.
Thomas Horwath